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Dieter Speer
 Dieter Speer- SG Dynamo Zinnwald

Biathlon

geb. 24. Februar 1942

Weltmeister 1971
Bronze Olympia 1972



Er wurde 1971 als erster Deutscher Weltmeister im Biathlon, als er den damals überragenden Alexander Tichonow über 20 Kilometer besiegte. Tichonow hatte großen Anteil an dem Erfolg von Speer, da er diesem zuvor das Gewehr geschenkt hatte. Ein Jahr später revanchierte sich Speer, als er bei den Olympischen Spielen 1972 in Sapporo Tichonow seinen Ski überließ, als dieser während des Staffelrennen stürzte und sich einen Ski zerbrach. Die Russen wurden in diesem Rennen Olympiasieger, die DDR-Staffel kam hingegen noch auf den Bronzeplatz.

Die Startnummer mit der "1" ist als Leihgabe im Altenberger Ski-Museum zu bewundern. Das Foto mit der Widmung "Du bist ein großer Sportler, ein prima Kerl" ziert die Trophäenwand seines Wohnzimmers. Und in einer Schublade verborgen lagert das Ehrendiplom des Fair-play-Pokals "Pierre de Coubertin". Die Auszeichnung der Unesco möchte Dieter Speer in seinem Haus im sächsischen Feldschlößchen nicht aufhängen. Denn bei der Urkunde handelt es sich nur um eine Kopie - das Original war ihm vor Jahren während eines Fernseh-Auftritts gestohlen worden.


Es geschah am 11. Februar 1972 im Makomanai-Skistadion von Sapporo. Die sieggewohnte Biathlon-Staffel der UdSSR lag vor dem ersten Wechsel aussichtslos zurück. Weltmeister Alexander Tichonow hatte beim zweiten Schießen zwei Strafminuten kassiert und nahm nur als Neunter die letzten 2500 Meter in Angriff. Mit Wut im Bauch stürmte er los und stürzte sich in eine Abfahrt. Dabei verkantete der linke Ski. Tichonow geriet ins Straucheln und brach dabei die Skispitze ab. "Ich dachte, jetzt ist endgültig alles aus", schildert Tichonow. Ein Betreuer seines Teams war nicht in der Nähe. Dafür aber Dieter Speer. Der Zinnwalder lief sich an der Unglücksstelle zufällig warm. Als Dritter des DDR-Quartetts sollte er auf die Strecke gehen. Als er jedoch das Malheur sah, eilte er geradewegs zu Tichonow und forderte ihn spontan auf: "Wosmi moi lyschi!" - "Nimm meinen Ski!" Was Tichonow sofort tat.

Speer rannte derweil zurück in die Wechselzone, wo ihm Tichonow dann seinen bereits markierten Ski zurückgab. Wäre dieser auch zu Bruch gegangen, hätte Speer nur noch mit einem markierten Brett antreten können. Das Risiko wäre enorm gestiegen, infolge eines Materialschadens disqualifiziert zu werden - der Wettkampf mußte mit markierten Ski beendet werden. "Mir war das in dem Moment völlig egal. Ich wollte nur helfen. Alexander war für mich wie jemand aus der eigenen Mannschaft", erzählt Speer.

Doch nicht von allen wurde seine Geste verstanden und gutgeheißen. Gleichwohl später die selbstlose Hilfsaktion zum glühenden Beispiel deutsch-sowjetischer Freundschaft hochstilisiert wurde, war einigen DDR-Funktionären zunächst nicht zum Lachen zu Mute, denn die Sowjets holten noch Gold, während sich die eigene Staffel mit Bronze begnügen mußte. Als Dankeschön bekam Speer von Tichonow dessen Startnummer und das besagte Foto geschenkt, das den Augenblick der Nummernübergabe festhält. Ein Jahr später wurde Speer in Paris von der Unesco geehrt.

Die Freundschaft, die ihn seit Jahren mit Tichonow verband, hatte Speer die Entscheidung leicht gemacht. Bei den Winterspielen in Grenoble vier Jahre zuvor hatten sie sich kennengelernt. Die Winterzweikämpfer aus der DDR liefen damals der Konkurrenz noch chancenlos hinterher. Speers großer Vorteil war, daß er als Russischlehrer keine Sprachbarriere kannte. Als Tichonow bemerkte, wie begeistert der Sachse von seinem Gewehrschaft war, ließ er auch einen für ihn fertigen, den er ihm zum nächsten Wiedersehen mitbrachte. Mit diesem leichteren Holzschaft wurde Speer 1971 in Hämeenlinna/Finnland erster deutscher Weltmeister. Tichonow blieb die Silbermedaille. Als Speer im folgenden Sommer heiratete, machte er seine Hochzeitsreise nach Nowosibirsk.

In den Jahren des politischen Umbruchs erhielt die Beziehung einen Knacks, weil beide in der neuen Welt zu sehr mit sich selbst beschäftigt waren. Speer gründete ein Unternehmen für Rolläden, Markisen und Sonnenschutz. Tichonow lebt jetzt in Wien, steuert von dort diverse Geschäfte in der früheren Heimat. Er besitzt in Rußland landwirtschaftliche Großbetriebe. Bei den Weltmeisterschaften vor zwei Jahren in Oberhof trafen sie sich nach langer Zeit wieder. Speer war Ehrengast, Tichonow als Vizepräsident des Biathlon-Weltverbandes dabei. Der Kontakt ist seitdem wieder intakt.

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